im November erscheint:

 

Marina Lobanova:
Nikolaj Andrejewitsch Roslawez
und seine Zeit.

(Mit dem Vorwort zur Erstauflage von György Ligeti, 1997)
Zweite, erweiterte Auflage.
426 S., ISBN 978-3-95675-028-1, 39,80 Euro

Nikolaj Roslawez (1881–1944) war lange Zeit in Vergessenheit geraten und wird heute im Konzertleben wiederentdeckt. Der Komponist Neuer Musik war ein Außenseiter der Kulturgeschichte. Jahrzehntelang gehörte er zu den verfemten Musikern Russlands. Obwohl der von Igor Stravinskij gelobte Komponist in den Jahren zwischen 1910 und 1930 als Kopf der russischen Avantgarde galt, belegte man sein Werk seit Anfang der 1930er Jahre mit Verbot. Auch sein originäres theoretisches System, das mit dem Schönbergschen vergleichbar ist, wurde aus der Musikpraxis verdrängt.
Die erste umfassende Monographie über das Leben und Schaffen dieses lange in Vergessenheit geratenen Klassikers moderner Musik (erstmals 1997 erschienen) liegt hiermit in einer überarbeiteten, aktualisierten und erweiterten Neuauflage vor. Marina Lobanova forschte jahrzehntelang in Archiven. Ihre Arbeit führte auch zur Rekonstruktion einzelner Kompositionen sowie zur Wiederentdeckung „verschollen“ geglaubter Werke.
Das Leben und Werk Roslawez wird im Kontext seiner Zeit betrachtet. Entfaltet wird ebenso eine Chronik von Repressalien, die Roslawez und seine Weggefährten erleiden mussten. Die Arbeit ist somit auch ein Forschungsbeitrag zu dem weiten Feld verfemter Musik.

Aus dem Inhalt:
Rekonstruktion der Biographie • Das verfemte Genie: Wie Leben und Werk stigmatisiert und verfolgt werden • Das musikalische Drama der 20er Jahre  • Roslawez und Skrjabin • Roslawez und Debussy • Roslawez und der Jugendstil • Roslawez und der Futurismus • Roslawez und Schönberg • „Analytische Kunst“ • Das neue System der Tonorganisation • Analysen zum Werk • Werkverzeichnis • u.a.m..


Die Autorin: Dr. Marina Lobanova studierte Klavier und Musikwissenschaft in Moskau und war als Dozentin am Moskauer Konservatorium. 1991 ging sie mit einem Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung nach Hamburg. Lobanova war freie wissenschaftliche Mitarbeiterin von György Ligeti, - seit 1995: Lehraufträge an der Hochschule für Musik, Hamburg,  und am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen gehörte ein Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Autorin wirkt als Herausgeberin der Werke Nikolaj Roslawez’ beim Verlag  Schott Musik International (manche dieser Werke wurden von ihr rekonstruiert).  Aus veröffentlichten Büchern: (engl): Musical Style and Genre. History and Modernity, Amsterdam u.a. 2000; (russ.): Die Westeuropäische Barockmusik: Probleme der Ästhetik und Poetik), Moskau 1994; Nikolaj Andreevic Roslavec und die Kultur seiner Zeit. Mit einem Vorwort von G. Ligeti, Frankfurt am Main u.a. 1997; György Ligeti. Style. Ideas. Poetics, transl. by M. Shuttleworth, Berlin 2002.


Von derselben Autorin erschien
über Alöexander Skrjabin

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