Musikstadt Leipzig
Studien und Do­kumente
Schriftenreihe, hg. von Thomas Schinköth

Leipzigs lange Geschichte ist in besonderer Weise mit Musik und Musikern verbunden. Hier wirkten Musiker wie Bach, Wagner, Mendelssohn, Schumann, Reger, Furtwängler, Mahler und Weill. Thomanerchor und Gewandhaus besitzen Weltruf. Trotz eigenständiger Forschungsinstitute und einer Fülle von Publikationen über die Musikstadt sind Defizite nicht zu übersehen, die vor allem Höhepunkte und Krisen der jüngeren Musikentwicklung betreffen. Bei diesen "weißen Flecken", die das Leben, nicht die Fassaden ausmachen, setzt die Schriftenreihe Musikstadt Leipzig an.


Band 1:
N.N.

Band 2:
Seidel, Katrin: Carl Reinecke und das Leipziger Gewandhaus; 978-3-928770-84-2; 284 S., Hamburg 1997; 25,00 Euro



Mit 35 Jahren war der Dirigent, Komponist, Pianist, Publizist und Musikpäd­agoge Carl Reinecke der am längsten amtierende Kapellmei­ster des Gewandhauses. Seine vermeintlich "konservative" Gei­steshaltung wird ihm bis heute in der Mu­sikgeschichte vorgeworfen.
Mit der vorliegenden Arbeit, in der bisher vernachlässigte Quellen be­rück­sich­tigt werden, entsteht ein differenziertes Bild von Reineckes Wirken, in dem auch das vielschichtige Bedingungsgefüge des Leipzi­ger Musiklebens berücksichtigt wird.

Band 3:
Schinköth, Thomas (Hg.): Sigfrid Karg-Elert und seine Leipziger Schüler. Die Refe­rate des Kolloqui­ums vom 1. bis zum 3. November 1996 in Leipzig, veranstaltet von der Internationalen Karg-Elert-Gesellschaft; 978-3-928770-85-9; 212 S., Hamburg 1997; 25,00 Euro



Sigfrid Karg-Elert gehört zu den bedeutend­sten und am stärksten mißverstan­de­nen Persönlichkeiten des Leipziger Musiklebens im 20. Jahr­hundert. Seine Aufge­schlossen­heit für die Moderne und einen in­ternational geprägten Kulturbegriff un­terschied ihn als Kompositions­lehrer am Landes­konservatori­um Leipzig von Zei­tgenossen, die im Namen einer "deutschen Musik" wirkten. Außerge­wöhnlich wa­ren sein Interesse für das Kunstharmonium und seine musiktheoreti­schen Leistungen (u.a. Polari­sti­sche Klang- und Tonalitätslehre). Der Band vereint Beiträge über das kompo­sitorische und musik­theoretische Wir­ken Karg-Elerts und einiger seiner Schüler (Fritz Reuter, Paul Schenk, Jo­hannes Weyrauch, Willy Burkhard).

Band 4:
Rosenmüller, Annegret: Carl Ferdinand Becker (1804-1877). Studien zu Leben und Werk; 978-3-932696-19-0; 216 S., Hamburg 2000; 25,00 Euro



Bei intensiver Beschäftigung mit der Musikgeschichte Leipzigs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhun­derts wird man wiederholt einer Persönlich­keit begegnen, deren Leben und Schaffen im Mittelpunkt dieser Untersu­chung steht: Carl Ferdinand Becker (1804–1877). Bis in die Gegen­wart finden sich nur wenige Aufsätze und verstreute Äußerun­gen zu Leben und Werk des Organisten, Musikschrift­stellers, Komponisten und Pädagogen. Dabei ist vor allem seine Bedeutung als Sammler wertvoller Handschriften und Drucke sowie als Musikbibliograph heute unumstritten.
Die vorliegende Arbeit füllt endlich diese musikgeschicht­liche Lücke. Die Autorin vermittelt ein pla­stisches Bild von der viel­seitigen Persönlichkeit Beckers und wird damit ihm und seiner Rolle im Leipziger Musikleben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gerecht.

Band 5:
Hilmes, Oliver: Der Streit ums "Deutsche". Alfred Heuss und die Zeitschrift für Musik; 978-3-932696-43-5; 136 S., 35,00 Euro (vergriffen)


Im Mittelpunkt dieses Buches stehen der Musikschriftsteller Alfred Valentin Heuß (1877-1934) und die Zeitschrift für Musik. Heuß war als einer der prominentesten und einflussreichsten Musikjournalisten der Weimarer Republik Hauptschriftleiter des Leipziger Traditionsblattes. In dieser Funktion war er geistiger Anführer der Antimoderne, der vehement gegen die avantgardistischen Erscheinungsformen der Neuen Musik zu Felde zog. Heuß gehörte zu jenen Konservativen, die am Ende der Weimarer Republik in Hitler und der NSDAP ihre Hoffnungen setzten. Mit ihnen wollten sie eigene politisch-gesellschaftliche Konzeptionen realisieren.
Im Rahmen einer detaillierten Monographie beschreibt der Autor die sukzessive Radikalisierung Heuß’ und anhand der Zeitschrift für Musik die politische Vereinnahmung von Musik am Ende der Weimarer Republik. 




Zurück