Kurt Hiller und die Frauen.
 

Beiträge einer Tagung in der Villa Ichon, Bremen 2016

Herausgegeben von Reinhold Lütgemeier-Davin

148 Seiten, ISBN 978-3-95675-017-5, 14,80 Euro



Kurt Hiller (1885-1972) und die Frauen – ein ungewöhnliches und gerade deshalb reizvolles Thema einer Tagung der Kurt Hiller Gesellschaft in Bremen 2016. Es untersucht die Beziehungen und Kontakte des assimilierten Juden, bekennenden Agnostikers, homosexuellen Logokraten, Juristen, Schriftstellers, Essayisten, Publizisten, Philosophen, des intellektuellen Außenseiters, radikalen Pazifisten, unabhängigen Sozialisten und Sexualreformers zu seinen Frauenbeziehungen. Beziehungen werden beleuchtet, die in ihrer Art oft gegensätzlicher und widersprüchlicher kaum sein können. Sie reichen von einer engen Mutter-Sohn-Bindung über eine tragisch endende Zweckehe mit einer heterosexuellen Frau, über Sachkameradschaften mit sozialpolitisch oder künstlerisch engagierten, emanzipierten Frauen hin zu erbitterten Feindschaften zu solchen, die Kurt Hiller persönlich oder mit politischen Absichten, nicht selten unredlich, öffentlich angriffen. Diese Beziehungsgeflechte decken damit Aspekte von Freundschaft, Zuneigung, Heroisierung sowie blanker Verachtung auf, ebenso von antifeministischen und sexistischen Verirrungen.
In diesem Tagungsband steht nicht der scharfe Analytiker und profunde Essayist Hiller an erster Stelle, sondern der Mensch, der zwischen cholerischen Zornesausbrüchen, Liebenswürdigkeit und Bewunderung für die Schaffenskraft von Frauen wechselt. – Die Analysen stammen aus der Feder von Fachleuten, die mit dem Lebenswerk Kurt Hillers bestens vertraut sind.

Thematisiert wird Hillers Beziehung zu: Helene Stöcker, Ella Hiller, Lis Hiller, Auguste Kirchhoff, Mechtilde Lichnowsky, Eva Siewert, Berta Döring-Selinger, Ulrike Meinhof, Valeska Gert, Gerda Weyl, Milly Zirker, Gabriele Tergit, Irmgard Litten, Gertrud Baer, Hilde Walter, Susanne Leonhard, Minna Specht, Mary Gerold-Tucholsky, u.a.

Beiträge von: Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Rolf von Bockel, Ruprecht Großmann, Reinhold Lütgemeier-Davin, Harald Lützenkirchen, Raimund Wolfert.

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Weitere Titel von und über Kurt Hiller aus dem von Bockel Verlag:


Kurt Hiller: Das Recht über sich selbst. Nachdruck der strafrechtsphilosophischen Studie aus  dem Jahre 1908. Mit einleitenden Materialien herausgegeben von Rolf von Bockel,ISBN 978-3-932696-73-2, broschur, 180 Seiten, 14,80 Euro
„Der vernünftige Mensch wird nie verkennen, daß die soziale Ordnung ihm verbieten muß, mit seinen willkürlichen Dispositionen schädigend in die Sphären anderer einzugreifen; aber nie wird er es verstehen, warum der Staat ihn dort antaste, wo er niemanden - auch die abdifferenzierten Interessen des Staates nicht! - verletzt.“ - Kurt Hiller, 1908


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Wolfgang Beutin: Hilleriana. Studien zum Leben und Werk Kurt Hillers (1885-1972). 232 Seiten, ISBN 978-3-932696-83-1, 25,00 Euro
Der Band enthält 6 Texte Wolfgang Beutins über Kurt Hiller (1885-1972), die innerhalb von zwanzig Jahren entstanden sind. Dabei werden unter anderem Hillers Engagement als Theoretiker des- und gruppenbildende Kraft im literarischen Expressionismus, - seine Bedeutung im Berlin der zwanziger Jahre, - der Weg ins Exil und die Rückkehr des Remigranten und Weltbühne-Autoren 1955 beleuchtet. Neben Studien zum Leben und Werk präsentiert der Literaturwissenschaftler Beutin 2 Texte als Zeitzeuge: Sie enthalten Erinnerungen an Kurt Hiller, der ab 1955 in Hamburg lebte. Hiller war Mitarbeiter an Beutins Zeitschrift LYNX.

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