Metropole und Region

Der Intellektuelle Kurt Hiller und sein Kreis in Zeiten des politischen Umbruchs (1918-1920).

Beiträge einer Tagung der „Kurt Hiller Gesellschaft“
und des „Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte“,

herausgegeben von Gerd Biegel und Reinhold Lütgemeier-Davin.
296 Seiten, ISBN 978-3-95675-021-2, 19,80 Euro


Da die „Verwalter der Nationen auf das bloße Wort des Geistes“ nicht hörten, müssten die „geistigen Menschen selbst die Verwaltung der Erde in die Hand nehmen“, lautete sein Credo in der 1918/19-Revolution. Der Berliner Publizist und Schriftsteller Kurt Hiller (1885-1972) erfuhr mit dem Ersten Weltkrieg seine Politisierung und wurde „Aktivist“.
Regionale Erscheinungen der Revolution und das Berliner Wirken Kurt Hillers standen im Juni 2017 auf einer gemeinsamen Tagung der ‚Kurt Hiller Gesellschaft‘ und des ‚Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte‘ zur Diskussion. Unter diesem Aspekt rückten die Wechselwirkungen von Metropole und Region ins Blickfeld. Auch stand die Frage im Raum: Konnten Intellektuelle wie Kurt Hiller von Berlin Impulse in den Regionen setzen?

INHALT: Einleitung der Herausgeber • KURT HILLER UND BERLIN 1918/19: Wolfgang Beutin: Vom kaiserlichen Patriotismus zum Aktivismus und Pazifismus. Hillers Weg im ersten Weltkrieg, in der Novemberrevolution und in der Weimarer Republik • Michael Buchholz: Ehemalige und „Alte Herren“ der „Freien Wissenschaftlichen Vereinigung“ als Akteure in der deutschen Revolution von 1918/19: Otto Landsberg, Paul Hirsch, Oskar Cohn, Karl Liebknecht und Kurt Hiller • AUSSTRAHLUNGEN NACH HAMBURG UND MÜNCHEN 1918/19: Rolf von Bockel: Ein bürgerlich-revolutionäres Erfolgsmodell: Der Hamburger „Werkbund Geistiger Arbeiter“ • Kurt Hiller: Ein Deutsches Herrenhaus • Reinhold Lütgemeier-Davin: „Die Aufgabe der Geistigen“. Zu Hillers „Herrenhaus“-Rede • Heidi Beutin: Die Novemberrevolution, die Weltwirtschaftskrise und die „braune Gegenrevolution“. Ernst Toller (1893-1939), ein Mitstreiter Kurt Hillers, über die Geschichte seiner Zeit • Reinhold Lütgemeier-Davin: Kurt Hiller und Ernst Toller – Brüder im Geiste • AUSSTRAHLUNGEN IN DIE REGION: Gerd Biegel: Braunschweigs Novemberrevolution 1918. Reichsgeschichte und regionale Wirkungskraft • Elisabeth Benz: Fritz Rück: Der wandernde schwäbische Spartakist – von Stuttgart nach Braunschweig • Reinhold Lütgemeier-Davin: Revolution im Saal in nachrevolutionärer Zeit. Kurt Hillers Rede „Linkspazifismus“ in Braunschweig (1920).


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Weitere Titel von und über Kurt Hiller aus dem von Bockel Verlag:

Kurt Hiller und die Frauen. Beiträge einer Tagung in der Villa Ichon, Bremen 2016, herausgegeben von Reinhold Lütgemeier-Davin. 148 Seiten, ISBN 978-3-95675-017-5, 14,80 Euro
In diesem Tagungsband steht nicht der scharfe Analytiker und profunde Essayist Hiller an erster Stelle, sondern der Mensch, der zwischen cholerischen Zornesausbrüchen, Liebenswürdigkeit und Bewunderung für die Schaffenskraft von Frauen wechselt. – Thematisiert werden Beziehungen Hillers zu: Helene Stöcker, Ella Hiller (Mutter), Lisa Hiller (Ehefrau), Auguste Kirchhoff, Mechtilde Lichnowsky, Eva Siewert, Berta Döring-Selinger, Ulrike Meinhof, Valeska Gert, Gerda Weyl, Milly Zirker, Gabriele Tergit, Irmgard Litten, Gertrud Baer, Hilde Walter, Susanne Leonhard, Minna Specht, Mary Gerold-Tucholsky und andere mehr.


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Kurt Hiller: Das Recht über sich selbst. Nachdruck der strafrechtsphilosophischen Studie aus  dem Jahre 1908. Mit einleitenden Materialien herausgegeben von Rolf von Bockel,ISBN 978-3-932696-73-2, broschur, 180 Seiten, 14,80 Euro

„Der vernünftige Mensch wird nie verkennen, daß die soziale Ordnung ihm verbieten muß, mit seinen willkürlichen Dispositionen schädigend in die Sphären anderer einzugreifen; aber nie wird er es verstehen, warum der Staat ihn dort antaste, wo er niemanden - auch die abdifferenzierten Interessen des Staates nicht! - verletzt.“ - Kurt Hiller, 1908. Der Band enthält, eingeleitet und kommentiert, Hillers Dissertation über das Persönlichkeitsrecht. Der junge Jurist gab hiermit Frauen-, Friedens- und Schwulenbewegung seiner Zeit argumentatives Rüstzeug auf juristischer Ebene.


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Wolfgang Beutin: Hilleriana. Studien zum Leben und Werk Kurt Hillers (1885-1972). 232 Seiten, ISBN 978-3-932696-83-1, 25,00 Euro

Der Band enthält 6 Studien Wolfgang Beutins über Kurt Hiller (1885-1972). Der Hamburger Germanist kannte Kurt Hiller zu Lebzeiten persönlich. Es werden u.a. Hillers Engagement als Theoretiker des- und gruppenbildende Kraft im literarischen Expressionismus, - seine Bedeutung im Berlin der zwanziger Jahre, - der Weg ins Exil und die Rückkehr des Remigranten und Weltbühne-Autoren 1955 beleuchtet. Neben Studien zum Leben und Werk präsentiert Beutin 2 Texte als Zeitzeuge der 60er Jahre. Ein Anhang thematisiert Hillers Rezeption in Hamburg.

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