im Herbst 2019 erscheint:



Lynx
Anmerkungen zu Politik und Literatur.
Nachdruck der hektographierten Zeitschrift
aus den Jahren 1960 bis Winter 1966/ 67

Hrsg. von Wolfgang Beutin und Rolf von Bockel
ISBN 978-3-932696-95-4, ca. 632 S., ca. 68,00 Euro



1960 feierte der „Verband Deutscher Tonkünstler“ in seinen Publikationen die Gedenktage deutscher Komponisten, ließ jedoch – ganz in der NS-Tradition – Komponisten jüdischer Herkunft aus (Mendelssohn, Mahler, u.a.). Dagegen formierte sich Protest von Studenten und Hochschullehrern, der in Leserbriefen und Artikeln weites Echo fand (auch in Israel und New York).
Im Kreis dieser Initiative fand die LYNX-Gründung im Umfeld der Universität Hamburg statt. 1960 erschien bereits die Nr. 1, redigiert von Georg Borchardt und dem Germanisten Wolfgang Beutin (ab Heft 2 lag die Redaktion allein bei Wolfgang Beutin). Bis 1966 erschienen 32 Ausgaben in Auflagen von 200 bis 500, im hektographischen Druckverfahren hergestellt.
Zentrales Anliegen der Zeitschrift war: Der Kampf gegen die „Stickluft“ der frühen Bundesrepublik, gegen neofaschistische Machenschaften. Gegen eine Presselandschaft und einen Hochschulbetrieb mit „(Ewig-)Gestrigen“. Gegen die Kontinuitäten des Kulturbetriebs und seine Traditionsbezüge zur NS-Zeit. Gegen Militarismus und Wiederaufrüstung.
Die Mehrzahl der Mitarbeiter fühlte sich (undogmatischen) sozialistischen Idealen verpflichtet, die meisten ebenfalls der Zeit der Aufklärung, was für sie die Abwehr jeglichen Dunkelmännertums bedeutete, – besonders der klerikalen Dunkelmänner.
Schon für das erste Heft gewannen die Herausgeber einen der letzten ehemaligen Stamm-Autoren der „Weltbühne“ als Mitarbeiter: Kurt Hiller (1885-1972). Dieser sorgte fortan auch für die Verbreitung des LYNX in anderen europäischen Ländern, Israel und Amerika. Unter den Autorinnen und Autoren aus der Weimarzeit befanden sich Joseph Baur, Eugen Brehm, Georg Burckhardt und David Luschnat u.a. An jüngeren Autoren schrieben: Ruprecht Großmann, Dietrich Stahlbaum, Juan Allende-Blin, Harald Hartung, Peter Schütt, Dieter Schumacher, Karlheinz Deschner, Hans Wollschläger u.a.
Im Winter 1966/67 – im Vorfeld „der Achtundsechziger“ – stellte die Zeitschrift ihr Erscheinen ein. Der LYNX war ein Vorbote jener gesellschaftlichen Eruption.
Der Band enthält einen vollständigen Reprint der 32 hektographierten Ausgaben. Mit der kontinuierlichen Autorenschaft Kurt Hillers an den einzelnen Ausgaben liegt hiermit eine Sammlung vor, die Zeugnis gibt, wie junge kritische Intellektuelle an 1933-1945 verschüttete Traditionen anzuknüpfen versuchten.


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